neulich beim brandschutz

„Herr Brandmeister!“, rief mir eine warmweiche Frauenstimme mittleren Alters entgegen. „Sie sehen so schneidig aus“. Die Nacht, die launische Verführerin, legte ihren Mantel über die folgenden Szenen. Doch nicht immer schlägt der Brandmeisterzunft solch „brennende“ Liebe entgegen. Denn die Wichtigkeit dieses gesellschaftlich relevanten Berufs wird in den so genannten „Leitmedien“ oft schlecht gemacht. Hier liegt es an jedem Brandschutzinteressierten, ein Zeichen zu setzen!

Nach der Brunst

von Inge Ferno



Zwischen geborstenem, rußigem Gebälk lugt hier und da der Umriss eines Körperteils hervor. Die Konturen sind uneben, denn das Fleisch ist an einigen Stellen vom Knochen geschmolzen und hat sich mit der Asche auf dem Betonboden zu einem sämigen Brei vermengt. Irgendwo soll es einen Ort geben, den sie das Brandschutzparadies nennen, einen Ort, wo Szenarien wie dieses nicht möglich wären. Der Brandschutzmessias hält dort seinen feuerfesten Mantel über das Land. Hier, in der fahrlässigen, schroffen Realität brechen gelegentlich Großbrände aus. Es kommen dann die Sanitäter, die das Gliedmaßenpuzzle auf einer nahen Lichtung auslegen und warten, dass der Heiland vielleicht eines hellen Tages hernieder kommt, alles wieder zusammenfügt und die Erde in einen vollständig brandgeschützten Planeten verwandelt. Der Modus Operandi bis dahin heißt Schadensbegrenzung. Ein fähiger Brandschutzbeauftragter ist ein guter Anfang.

ÜBERS BRENNEN UND FALLEN

Er fiel mal auf die Fresse. Die Rede ist natürlich von unserem großen Vorbild! Jeden Tag bei der Übung versuchen wir auf unsere Fresse zu fallen, aber niemand schenkt uns die Aufmerksamkeit die wir verdient hatten. Dann brennts mal wieder irgendwo, hier will eine Katze vom Baum gerettet werden oder es geht darum, Leichenteile aus Autos zu schneiden. Dass wir aber mal viel lieber Medienträchtig auf die Fresse fallen würden, das weiß keiner. Versucht haben wir das oft, aber die Kameras waren immer auf Brände gerichtet statt auf gefallene Brandschutzmeister. Ein hoch auf unseren Williy.

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